Dem dramatische Erdbeben, das die Hauptstadt Port-au-Prince dem Erdboden gleichgemacht und das ganze Land in die Knie gezwungen hat, sind nach jüngsten Aussagen des haitianischen Premierministers Jean-Max Bellerive, 212 Tausend Menschen zum Opfer gefallen. Die Lage der Überlebenden, vor allem der Kinder, ist dramatisch.
Auch unsere Missionare, die seit 1935 an Seite der Bevölkerung Haitis leben und kämpfen, sind auf tragische Weise betroffen: unter den Opfern gibt es außer einem älteren Salesianer und zwei jungen Novizen, rund 300 Jugendliche und Kinder, die beim Einsturz des Zentrums Enam und der angeschlossenen Berufs- und Handwerksschule, die nach Pater Bonhem benannt war, ums Leben gekommen sind. In der Struktur waren Grundschulklassen, Berufsschulen und ein Aufnahmezentrum für Straßenkinder untergebracht; nach dem Einsturz der gemauerte Einfriedung ist das Gelände zur Zeit für Diebe und Plünderer leicht zugänglich. Alles was nicht niet- und nagelfest war, ist gestohlen worden und noch immer dringen Plünderer ein auf der Suche nach Dingen, die mitgenommen werden können.
Zahlreiche Salesianer Häuser sind in Mitleidenschaft gezogen: die Visitatorie von Drouillard, das Nachtasyl in Gressier, die Häuser Fleuriot und Thorland, die Kirche und das Pfarrzentrum von Cité Soleil, das Heim Pétion-Ville.
Viele Häuser der Maria-Hilf-Schwestern sind eingestürzt, ohne dass jemand dabei ums Leben gekommen ist.
Bereits in den ersten, extrem hektischen Momenten haben die Salesianer Priester und Schwestern begonnen, den Verletzten und Überlebenden zu Hilfe zu eilen. Zur Zeit kümmern sie sich täglich um rund 32.000 Menschen, Erwachsene wie Kinder, die körperlich oder psychologisch traumatisiert sind, da sie entweder selbst unter Trümmern lagen, Familienangehörige oder ihr ganzes Hab und Gut verloren haben.
Die Salesianer Prokuren von New Rochelle und Turin sind unermüdlich damit beschäftigt, gemeinsam mit der Salesianer Visitatorie von Santo Domingo, das an Haiti angrenzt, die Hilfsaktionen zu koordinieren. Hier werden die Container sortiert, die für Haiti bestimmt sind.
In Haiti sind bereits zahlreiche Hilfsgütertransporte angekommen (Zelte, Tabletten für die Trinkwasseraufbereitung, Nahrungsmittel, Wasser), andere sind noch unterwegs. Doch werden die Transportkonvois oft angegriffen und geplündert, was eine weitere Schwierigkeit in dieser dramatischen Situation darstellt.